Meine Arbeit ist wie ein Aquarell

Iveta Krachnikova
20.11.2007
 
10 Jahre lang habe ich beim Girlaner Hof im Überetsch gearbeitet. Der Standort Eppan war insofern für mich willkommen, weil ich in der Freizeit meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen konnte, der Malerei, und das mit dem Meister Renato Bagnara, der mir sehr viel beigebracht hat.

Schon als Kind wollte ich immer Malerin werden aber die politischen und familiären Umstände machten ein Studium in meiner Heimat einfach nicht möglich. Ich lernte hier und lernte dort bei verschiedenen Lehrern, aber das Malen blieb für mich stets eine schöne, aber brotlose Kunst. So begab ich mich als Stubenmädchen in die Hotelbranche und begann, mir Tag für Tag die Komposition meines Berufslebens auszumalen. Offenbar mit Erfolg, denn immerhin habe ich mich vom Stubenmädchen zur Gouvernante in einem sehr feinen Haus gemausert.

Meine künstlerische Betätigung, die ich nie aus dem Auge gelassen habe, schärfte mein Gespür für das Schöne und hat somit auch meine Arbeit beeinflusst: Wie sehen die Betten aus? Wie steht es mit dem Blumenschmuck etc. Mein Haus betrachte ich als eine Malerei, mein Haus ist mein kleiner Kosmos, wo eine vernünftige, angenehme, nicht eine sture Ordnung zu herrschen hat.

Einen Wunsch hätte ich noch: sollte es mir meine Freizeit erlauben, möchte ich mich einmal im Leben der Töpferei widmen können, wegen der Unmittelbarkeit, wie man aus amorphem Ton wunderbare Sachen formen kann.
 
 
 
Twitter Facebook Drucken