OB-LA-DI-OB-LA-DA

OB-LA-DI-OB-LA-DA

da Emanuele Quindici
05.04.2016
„Ciccio! Wie dick du bist?” Ciccio ist vierzig Jahre alt und heißt eigentlich nicht Ciccio, sondern Gianluca oder vielleicht Gianfranco. Wie dem auch sei, die Welt kennt ihn als Ciccio, seit jeher. Aber was ist das für eine Welt? Ganz einfach: Ciccios Unterschlupf ist ...
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Der Duft von wildem Thymian

Der Duft von wildem Thymian

da Guergana Radeva
16.02.2017
Sie stand ganz oben, dachte sie sich, während der Blick über die verschneiten Gipfel der Dolomiten schweifte, höher hinauf ging es nicht. In ihrem Inneren wusste sie aber, dass der Aufstieg gerade erst begonnen hatte. Von außen betrachtet, mit ihrem modernen ...
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Venedig sehen

da Elisabeth Rainer
07.10.2009
Sehnsucht, Süden.
Hier scheint die Sonne, wärmt tief bis ins Innere die eiskalten Knochen der foresti (1).

An den Zattere (2) schmelzen Winter und Norden; ein flüchtiger Blick auf den weißen, hellen Marmor von San Giorgio reicht dazu völlig aus!
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Der Bettler

Der Bettler

da Herbert Rosendorfer
15.09.2011
Die Stadt zählte zu den reichsten der Welt. Manche meinten, sie sei überhaupt die reichste. Wer nur von goldenen Tellern aß, galt als zur unteren Mittelschicht gehörig. Unterhalb der unteren Mittelschicht gab es nichts. Oberhalb aß man von Tellern aus künstlichem ...
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Es erzählt der Alte die Legende vom Heiligen Besenhard von Bärenbad

da Herbert Rosendorfer
26.08.2009
Es lebte der Heilige Besenhard, Asket und Dulder, zur Zeit des Zweiten Konzils von Roffré della Luna. In seinem sechzehnten Lebensjahr beschloß er zu Ehren der Gottesgebärerin für vier Wochen nur auf einem Fuß zu stehen. Sein Vater, ein Gemischtwarenhändler, der seinen ...
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War grau

da Herbert Rosendorfer
22.08.2008
Die Baumgrenze, schien mir, verläuft knapp oberhalb des Dorfes. Hier fiel es mir auf, wie unendlich viele Abstufungen die Farbe Grau hat, nicht nur hellgrau und dunkelgrau.

Steingrau, hechtgrau, milchig-grau, nebelgrau … gar nicht zu reden von den ...
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An Himmels Tor Eine jenseitige Ballade

da Herbert Rosendorfer
28.04.1998
Man weiß es nicht genau. Die theologische Wissenschaft hat noch keine
verbindliche Meinung erzielt. Auch der Vatikan ist sich offenbar
noch nicht im Klaren über die Frage: Wie sieht das Himmelstor aus?

Zwar herrscht in den zuständigen ...
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Nächtliche Reisen

Nächtliche Reisen

da Marie Rossanne
20.02.2018
Mama beugt sich über mich und ein Duft von Vanille mit Zitrone kriecht in meine Nase. Ich mag ihren Geruch, er erinnert mich an meinen ersten Kuchen, den ich hier in diesem neuen Land gegessen habe. Und Kuchen esse ich für mein Leben gern. Ich mag auch Mama, sie ist ...
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Teamgeist

Teamgeist

da Annette Rubin
10.02.2014
Kallweit hatte die Schnapsidee mit dieser Tour gehabt. Da musste er als Kallweit’s
Stellvertreter natürlich mitziehen. Die elf Mitarbeiter trafen sich an diesem
Sonnabendmorgen an der Talstation der Seilbahn. Die meisten waren gut gelaunt, die
anderen ...
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Gänsekind Martina

da Martina Ruck
24.04.2008
Der Schulgang war immer um die Weihnachtszeit am schlimmsten, wenn im iologieunterricht wieder Konrad Lorenz drohte, mit der Geschichte vom Gänsekind Martina: Gleich nach dem Schlüpfen prägte Lorenz die kleine Graugans, indem er sie mit verschiedenen Lauten an sich ...
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Ein Tag im vigilius mountain resort in 7 Haikus

da Birgit Ruf
19.05.2009
Zart wiegt die Lärche
Drei rosa Morgenwölkchen
Ich sehs vom Bett aus

Move and explore
viele folgen ihm willig
dem Motto im Haus

Ich dichte den Text
der herausquellen wollte
noch unkontrolliert
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Eine Frage der Perspektive

da Birgit Ruf
04.04.2009
Alessandro zögerte, als er das Kabel vom Tisch nahm, um es am Beamer anzuschließen. Er hatte keine Lust, die Fotos für die Diashow auszuwählen. Aber Giulia drängelte aus der Küche heraus, er solle sich beeilen, schließlich waren Tom und Simone meistens pünktlich.
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Das Vogelhäuschen am Arganier

Das Vogelhäuschen am Arganier

da Nadia Rungger
05.04.2016
Der Herr schaut aus dem Zugfenster, ein Jackett auf dem Schoß und eine schwarze Tasche zwischen den Füßen. Er lässt Dörfer, Kirchtürme und Apfelplantagen an sich vorbeiziehen. Er weiß, woher er kommt, und er weiß, wohin er geht und wie man das Leben genießt. Ich sitze ...
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Sehnsuchtsberg

Sehnsuchtsberg

da Sieglinde Rupsch
11.02.2014
Der Luftröhrenschnitt war endlich geschlossen. Daniela brauchte schon lange keine Magensonde mehr. Sie verschluckte sich nur noch selten. Wir konnten es wagen, ins benachbarte Ausland zu fahren. In den Herbstferien reisten wir ins sonnige Südtirol. Lana liegt in der ...
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Begegnung am Zaun

Begegnung am Zaun

da Hennes Rüter
03.04.2010
Mit versteinerten Gesichtern bauten sich Almunde und Franz Mittermeier vor dem Fremden auf. Franz richtete seine Forke bedrohlich auf den Eindringling und blickte ihm mit streitsüchtigen Augen ins Gesicht.

Wie immer hatten Almunde und Franz das kleine ...
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Das Leben abseits der Berge

Das Leben abseits der Berge

da Giacomo Sartori
16.02.2017
Wenn man erwachsen ist, muss man sich wie ein Erwachsener benehmen, ja, genau das wird zur Hauptbeschäftigung: Bei jeder Gelegenheit und in jeder Situation muss man sich als Erwachsener geben, mit allen Mitteln und um jeden Preis. Mehr noch: Je besser man den ...
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Die Vorahnung

Die Vorahnung

da Giacomo Sartori
19.01.2014
Ilio war im Begriff, auf seinen Skiern einen beinahe senkrechten Steilhang hinunterzufahren, als Lucilla auf ihn aufmerksam wurde, im fernen Jahr neunzehnhundertachtundsiebzig. Schon bei der zweiten, kniffligen Kurve wurde ihr klar, dass er ihr Mann werden würde: ein ...
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Friedhof im Schnee

Friedhof im Schnee

da David Schickmayr
10.02.2014
Der Winter fühlte sich so kalt an wie die Liebe meiner Eltern. Genau genommen meine Adoptiveltern, die mich aus dem Kinderheim geholt hatten, weil ich als Baby so zuckersüß war. Sie warfen es mir immer wieder vor, wenn sie einander böse waren und nicht lange nachdenken ...
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Advent, Advent, ein Wichtlein brennt

Advent, Advent, ein Wichtlein brennt

da Regina Schleheck
20.02.2018
Vater konnte sie vor allem deshalb nicht leiden, weil er nicht weggucken konnte. Aus dem Wohnzimmer, aus dem Schlafzimmer, selbst vom Klo aus sah er sie. Jedenfalls wenn er im Stehen – Sie wissen schon, was ich meine. Im Nachbargarten. Willys Garten. Willy ist ein ...
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Am Gipfel des Ozeans

Am Gipfel des Ozeans

da Michaela Schöller
01.09.2012
Es gibt eine Stelle im meerblauen Ozean, die so tief ist, dass man sie nicht messen kann. Das kommt daher, dass es einen Punkt auf der Welt geben muss, der so tief ist wie die tiefste Traurigkeit der Welt. Denn auch die tiefste Traurigkeit der Welt kann man nicht ...
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Mein Lebkuchenherz

Mein Lebkuchenherz

da Michaela Schöller
15.09.2011
Ich wohne in einem Haus, das man getrost als „Bastlertipp“ bezeichnen kann. Dabei ist es gar noch nicht alt, ich hab es erst vor zwei Jahren gebaut, mit meinen eigenen Händen. Vom Dach fehlt schon die Hälfte der Schindeln, die Fassade bröckelt und die Stiegen, die ...
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Bis nach Agendorf II

da Michaela Schöller
05.11.2010
Am schönsten aber ist mir das Kochen, wenn die zwei netten, dicken Schriftstellerinnen in meine Gaststube kommen. Sie haben immer etwas auf dem Herzen, meistens sind es unverdauliche Liebesgeschichten. Zumindest ein Mal pro Liebessaison suchen sie Erholung in den ...
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Bis nach Agendorf

da Michaela Schöller
22.01.2009
Zsuzsa, Zsuzsika, sei nicht so stur, sagt der Miklós Bácsi zu mir. Ich stemme meine Füße in die schwarze Novembererde. Mein Stofflöwe sitzt allein auf der kalten Ofenbank, wo ich ihn hingesetzt habe vor unserem Aufbruch aus Agendorf. Wir sind schon seit Stunden ...
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Was ist die Vigiliuswiege

da Silke Schumann
24.06.2009
Erinnern Sie sich?
Sie haben sie gesehen.
Man konnte sie nicht übersehen.

Ein kleines Bündelchen aus trockenem Holz. Zwei, drei trockene Äste auf Handlänge, obendrauf ein Büschel dürren Reisigs.

Die Vigiliuswiege.

Gehalten von ...
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Schwarz in Kigali, grau in Koblenz

Schwarz in Kigali, grau in Koblenz

da Gregor Schürer
16.02.2017
Ständig hatte er das Licht an. Ich konnte das an den Fenstern sehen. Egal, wann ich zu ihm hochsah, nie waren die Vorhänge zugezogen, nie die Rollläden heruntergelassen. Und immer brannte Licht. Ob ich morgens um fünf vom Nachtdienst nach Hause kam oder abends um neun ...
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Ferien

da Caroline Schwarzenbach
06.03.2009
F ern ab vom Alltag der Hektik entschweben;
E inen Ort der Ruhe und Gelassenheit erleben;
R einen Duft der Lärchenwälder einatmen;
I m Wasser schweben und Energie tanken;
E ine Wanderung noch weiter den Berg hinauf;
N aht doch immer wieder das ...
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Vronis Box

Vronis Box

da Peter Schwendele
17.01.2014
Das Licht im Stall war noch ein wenig trüber als sonst. Sie stand unschlüssig in der Tür und ließ ihre Zehen in den zu großen moosgrünen Gummistiefeln tanzen. Ihr Blick strich über die unregelmäßig über die Decke verteilten Lampen, die wie umgedrehte Blaulichter von ...
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Viel, leicht, ganz, schwer

Viel, leicht, ganz, schwer

da Edith Senkel
05.04.2016
Asche war nicht schwer. Tragbar, dachte er, das muss doch zu ertragen sein.

Ihre Augen. Groß, blau, keine Tränen. Ein Blick.
Alte Runzelhände, ineinander verschränkt, fest, ungewohnt fest.
„Geh hinauf mit mir!“, hat sie gesagt.
Da wusste ...
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Erinnerungen an das Grödnerbahnl

da Gottfried Solderer
10.10.2009
Da staunte ein Bauer aus Lajen nicht schlecht. Da forderten ihn doch glatt zwei Geometer auf, seine Haustüre aufzusperren, damit man die Trasse für die neue Grödnerbahn bemessen könne. Der Bauer tat, worum man ihn bat, lehnte sich an die Hausmauer und schaute eine ...
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Julisonne

Julisonne

da Katharina Spenglert
10.02.2014
Stephanie tupfte vorsichtig Quark auf ihren Sonnenbrand. Die Haut schien erleichtert aufzuseufzen. Sie hatte gedacht, sie hätte sich ausreichend oft mit Sonnenschutz eingecremt. Doch die Julisonne war unerbittlich. So schön. Und so strafend, wenn man ihr die blassen ...
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Wandertag

Wandertag

da Nora Spiegel
20.02.2018
Am Bahnsteig im kleinen Ort Lana herrscht fröhliches Chaos. Wanderstöcke klappern über den Asphalt, in Rucksäcken wird nach Müsliriegeln und Wasserflaschen gekramt. Es ist ein wolkenlos klarer Tag im Spätherbst, der erste seit zwei verregneten Wochen. Tagesausflügler, ...
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Der Tunnel

Der Tunnel

da Nora Spiegel
17.01.2014
Als sie den Mann endlich fanden, war er bereits tot. Sie hatten es vermieden, mit ihren Schaufeln direkt nach unten zu graben, um den Verschütteten nicht zu verletzen. Der Kopf des Leichnams war schräg nach oben gedreht, so als ob er sie erwartet hätte. Doch das, ...
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Gastfreundschaft

da Ulrike Stanczus
21.10.2008
Die Geschichte, die ich erzählen möchte, ist ein Erlebnis meines Vaters aus dem 2. Weltkrieg. Mein Vater war Kradmelder und an der Wolga in Russland stationiert. In dem bitterkalten Winter von 1942 musste er Mitteilungen von einer Einheit zur anderen überbringen. Er ...
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Ketchup bitte!

da Stephan Steins
13.11.2007
An jenem Abend hatten wir uns im Restaurant Paris Bar in der Kantstrasse, unweit des Kurfürstendamm, verabredet. Die Fensterfront war geöffnet und eine hereinziehende warme, spätabendliche Brise vermengte sich im Lokal mit den Düften französischer Speisen, cubanischer ...
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Liegt der Fehler im Verstand?

Liegt der Fehler im Verstand?

da Sonia Sulzer
19.01.2014
Nein, ich koche keine Suppe, keine Suppe heute Abend, obwohl ich vielleicht öfter eine kochen sollte. Ich ging noch einmal die Sätze durch, versuchte mir vorzustellen, wie sich unser Gespräch entwickeln würde, damit er mich nicht kalt erwischte, ja, erwischte, aber ...
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Gefühlslawine

Gefühlslawine

da Gisela Syring-Rüter
30.04.2010
Inge traute ihren Augen nicht, als sie gemeinsam mit ihrem Mann Michael um die Ecke des Wanderpfads vom Vigiljoch zu den Eggerhöfen bog. Mitten auf dem Weg türmte sich eine 20 Meter breite, mannshohe Schneelawine auf: gewaltige Brocken aus schmutzigem Schnee, ...
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Franz B., seine Frau und die 5 Tibeter

da Gisela Syring-Rüter
21.03.2009
Es näherte sich schleichend durch den Hintereingang seiner Beziehung. Monatelang war er ahnungslos und arglos gewesen.

Doch langsam, wie das dünne Fadengeflecht eines Pilzes, schlängelte und wuchs dieser esoterische Blödsinn in dieses Leben, das ihm so ...
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7:02 Uhr

da Georg Tappeiner
09.11.2009
Öffne die Balkontür.
Vogelgezwitscher. Bergwiesen und Lärchen.
Das Dolomitenmassiv des Rosengartens, im ersten Sonnenlicht,
in weiter Ferne, ganz nah.
Einige Schritte, barfüßig, im taunassen Gras. Frisch und belebend.
Ruhe, Stille, ein ...
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Das Ende

Das Ende

da Benjamin Tietjen
12.04.2015
Auf der Terrasse vor dem Fachwerkhaus sitzt ein Mann und liest in Hamsuns „Mysterien“, als die Kellnerin ihn fragt, ob er einen Kaffee möchte.
„Gerne, Anne“, sagt der Mann und schaut dabei von seinem Buch hoch.
Kurz nachdem die Frau die Kulisse verlässt und ...
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Es könnte alles so leicht sein

Es könnte alles so leicht sein

da Julia Uding
05.04.2016
Es war Anfang September, nachts schon kühl, und wir fuhren in die Wälder. Am meisten freute ich mich auf den Sternenhimmel. Denn da draußen gab es sie noch: die Sterne. In der Stadt vermisste ich sie oft.
Wir kamen an und unsere Blockhütte auf Stelzen bot: ...
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"L"

da Ines Visintainer
20.09.2010
Die gezackten Umrisse einer gewaltigen Berglandschaft hatten sich am Horizont herausgeformt, waren näher und immer näher an das Zugfenster gerückt und hatten ihn das letzte Stück seiner Fahrt begleitet. Er hatte sein Buch weggelegt, das ihn ohnehin nicht zu fesseln ...
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Wald-Philosophie

Wald-Philosophie

da Silke Voithofer
10.02.2014
„Was machst du da?“
„Ich zerlege einen Bären.“
„Warum?“
„Ich habe ihn selbst erlegt. Jetzt will ich wissen, wie er schmeckt. Hast du schon einmal Bärenfleisch gegessen? Ich nicht. Die Arbeit beginnt am Anfang, verstehst du?“
„Ich denke schon ...
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Regenbogenblau

Regenbogenblau

da Christine F. Wagner
05.04.2016
„Nadine, nimm sofort das Federbett von der Brüstung!“, ruft die Mutter. Den Ton mag Nadine am wenigsten. Wie schön die Federn dahingleiten. Eine nach der anderen löst sich aus dem Federbett und schwebt von einem kräftigen Windstoß getragen luftigen Höhen entgegen. Wie ...
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Der Brutkasten

Der Brutkasten

da Shannon Wardell
20.04.2018
Jay schrie mich an:
„Wie konntest du das nur tun? Ich habe dir ausdrücklich gesagt, Nichts anzufassen. Du weißt doch, wie besorgt und nervös Lena und Dr. Chris sind. Sie werden außer sich sein, wenn ich ihnen sage, dass die Abdeckung des Brutkastens nicht mehr ...
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Der Schlüssel

Der Schlüssel

da Shannon Wardell
05.04.2016
Schon im März hatten wir begonnen über den Sommer zu sinnieren. Nur wir drei dieses Mal. Mein Sohn und meine Tochter zeigten schnell ihre Vorliebe für etwas Entspanntes. Ich hatte in Wahrheit eher das Verlangen, etwas Ausgefallenes zu machen, etwa eine ...
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Auf dem Dach

Auf dem Dach

da Shannon Wardell
19.02.2015
Mit dieser eigentümlichen Aufgeregtheit, die unregelmäßiges Üben mit sich bringt, hob 4c seine treue Posaune und spielte sie mit der Basslinie von "Camptown Ladies" ein. „Ich habe es immer noch drauf”, dachte er während des Spielens. „Ein paar Töne liegen daneben, ...
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Eine tief liegende Sehnsucht

Eine tief liegende Sehnsucht

da Shannon Wardell
19.01.2014
Frag mich wonach ich mich sehne und ich könnte stundenlang reden.

Ich würde mit kategorischer Effizienz wie folgt differenzieren: 5-, 10- und 20-Jahres-Projekte; persönliches Streben; professionelle Ziele; unmögliche, aber doch wertvolle Träume; heiße, ...
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Die Schlittenfahrt

Die Schlittenfahrt

da Kerstin Weinberg
12.04.2015
„Opa“ schreit die Hannah, damit der Opa was hört mit seinem Hörgerät und stupft ihn in den Rücken „Opa, wann machen wir denn jetzt endlich unsere Schlittenfahrt! Du hast’s versprochen!“
„Da musst Du mich nicht gleich so anbrüllen, ich bin doch nicht taub“, ...
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Emil

Emil

da Stephan Weiner
10.02.2014
Unser zu Hause ist seit kurzem klein und weiß. Emil und ich wohnen noch nicht sehr lange hier. Wir wurden nicht richtig gefragt, ob wir hier wohnen wollen, hatten aber auch nichts dagegen. Solange wir zusammen sind, brauchen wir uns nicht um etwas anderes zu sorgen ...
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Die Hella redet mit den Toten

Die Hella redet mit den Toten

da Michael Wenzel
16.02.2017
Die Hella hat man im Dorf als besonders aufmüpfig und kratzbürstig angeschaut ‒ was ungefähr das Schlimmste ist, um einen Mann abzukriegen.
Denn wenn e Frauenzimmer scho alls besser weiß und ständig dreinred, was braucht die noch e Mannsbild? Eine Frage, die ...
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Was Stille bedeutet

Was Stille bedeutet

da Jürgen Werner
01.09.2012
Sie hatten für den ganzen Tag Regen angesagt. Schneefallgrenze oberhalb 1000 Meter. Und sie behielten leider Recht, die Wetterfrösche, die sicher und vor allem trocken in ihren Radios saßen. Es hörte nicht auf zu regnen.

Der Berg war in dichten Nebel ...
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Auf dem Zauberberg

da Erika Wimmer
12.03.2008
„Es wird ein Drachenflieger sein“, sagte Bart und blinzelte wieder in die Sonne. „Es ist zu schlank für einen Drachenflieger, ich sehe keine Schwingen“, konterte Herr Wagner. „Dann ist es eben einer dieser Gleitschirme“, versuchte Bart versöhnlich zu klingen, obwohl er ...
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Das Bad im Moor

Das Bad im Moor

da Renate Wutte
12.04.2015
Der Schlüssel passte. Leichter als gedacht drehte er sich im Schloss und die Tür sprang auf. Der Duft von warmem Holz empfing sie; sie war willkommen.
Die Nachbarin hatte ihr die kleine Hütte oben am Berg angeboten. Bescheiden war sie, aber mit dem Nötigsten ...
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Das ist das Leben

Das ist das Leben

da Stefano Zangrando
19.01.2014
Sergio lehnt sich im Liegestuhl zurück und sagt mit gedehnter Stimme: „Mensch, das ist ein Leben!” Schweißperlen glänzen auf seiner Stirn zwischen dem Ansatz der graumelierten Haare und der Markensonnenbrille.
Neben ihm trinkt Rita einen Schluck Sangria, stellt ...
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Shakehands

da Joseph Zoderer
09.11.2010
Diese junge Frau war ihm auf der Restaurantterrasse aufgefallen, er hatte ihr Gesicht angelacht, und lachend oder sprechend und später eher nur mehr zuhörend hatte er ihr Gesicht ausgeforscht, die winzigen Sommersprossen noch später zu zählen versucht, irgendwann auch ...
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Begegnungen

da Joseph Zoderer
23.09.2008
Gib mir deine Hand

Gib mir deine Hand, sagte er und wunderte sich selbst über diesen Beinahe-Befehlston. Sie sah ihn auch verwundert, im ersten Moment fragend an, verstand ihn aber richtig und schob ihm ihre rechte Hand über die Holzbank ...
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Von unschuldigen Händen und reinem Herzen

Von unschuldigen Händen und reinem Herzen

da Giulia Zoratti
09.04.2018
Michail hatte ein Geheimnis, das ihn zu uns in die Berge verschlagen hatte. Etwas, das ihn veranlasst hatte, ein Leben in völliger Abgeschiedenheit zu führen. Er wandte sich vor vielen Jahre an mich, als die Pfarrei einen Klosterwächter suchte. Ich war beauftragt ...
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Wenn die Mutter nicht mehr da ist

Wenn die Mutter nicht mehr da ist

da Sylvia Maria Zöschg
17.01.2014
Erst wenn das Abendessen auf dem Tisch steht, der Haushalt erledigt ist, wenn die Mutter endlich schläft, wenn Franz noch bei seinem Feierabendbier sitzt, hat Maria ein paar Minuten für sich.

Sie geht auf den Balkon. Manchmal zupft sie die welken Blätter ...
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